Am Samstag, 9. Mai 2026 verwandeln sich Wien-Fünfhaus und seine Umgebung zum bereits sechsten Mal in eine begehbare Galerie: Das Grätzl Art Open (GAO) lädt von 14 bis 19 Uhr dazu ein, die lebendige Atelierszene des 15. Bezirks und darüber hinaus hautnah zu erleben. Bei freiem Eintritt und in familiärer Atmosphäre öffnen rund 40 Galerien, Ateliers und Werkstätten ihre Türen.
Über 120 Künstler:innen präsentieren ein breites Spektrum künstlerischer Ausdrucksformen – von Malerei und Fotografie bis hin zu Performance und Design. Die Besucher:innen sind eingeladen, durch Fünfhaus, das Nibelungenviertel und Teile Ottakrings zu flanieren, sich treiben zu lassen und Kunst dort zu entdecken, wo sie entsteht.
Kunst als Dialog
Das Grätzl Art Open steht für eine einfache, aber kraftvolle Idee: Kunst aus geschlossenen Räumen hinaus in den Alltag zu bringen. Statt einer klassischen Galerieerfahrung erwartet das Publikum ein unmittelbarer Zugang zu Werkstätten, Studios und Wohnzimmerateliers.
Im Mittelpunkt stehen Begegnung und Austausch: Kunst wird nicht nur betrachtet, sondern diskutiert, hinterfragt und – wenn gewünscht – auch direkt von den Kunstakteur:innen ohne Zwischenhändler:innen erworben. „Es geht darum, Kunst nicht nur zu sehen, sondern in einen lebendigen Dialog mit ihr zu treten“, betont Peter Hörburger vom organisierenden Kulturverein Grätzlgalerie.
Kunst-Tankstelle
Eine besondere Neuerung ist die Bespielung einer der ältesten Tankstellen/Garagen Wiens, der Trötzmüller-Garage. Dort wird der renommierte, am Bodensee geborene und über 18 Jahre in Palermos Vucciria sehr aktiv tätige Künstler Uwe Jäntsch seine Installation „Im Karussell der schönen Worte“ präsentieren. Der Zugang erfolgt über eine ungewöhnliche „Eintrittswährung“: mindestens ein schönes Wort. Sprache wird hier zum künstlerischen Material – und zugleich zum Experiment sozialer Interaktion. Jäntsch selbst entscheidet über die Qualität der Worte und setzt damit ein bewusstes Statement für einen achtsameren Umgang miteinander.
Treffpunkt und künstlerisches Zentrum
Das Studio Walls in der Löhrgasse 9 zählt zu den etablierten Fixpunkten des Festivals. Die Ateliergemeinschaft, die mehr als 20 Künstler:innen beherbergt, fungiert heuer auch als zentrale Anlaufstelle des Grätzl Art Open.
Mit der Gruppenausstellung „Matches“ zeigt das Kollektiv kollaborative Arbeiten seiner Mitglieder. Darüber hinaus lädt der Standort zum Verweilen ein: Getränke, kleine Speisen und Raum für Austausch machen ihn zum sozialen Herzstück des Events.
Ab 18 Uhr verwandelt sich der Innenhof in einen entspannten Treffpunkt mit musikalischem Ausklang. Ein Vinyl-DJ-Set von Bad Hair sorgt bis 22 Uhr für eine stimmungsvolle Atmosphäre.
Nur wenige Schritte von Studio Walls entfernt befindet sich die Ateliersgemeinschaft Pelzgasse (Pelzgasse 20), in dem auf drei Stockwerke verteilt zahlreiche Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers öffnen. Gleich nebenan hat kürzlich ein sehr spannendes Gemeinschaftsprojekt das Licht der Welt erblickt: Leftbank – eine von jungen, aus u. a. Moldawien, Serbien, Mexiko, Ukraine, Bangladesch und Georgien stammenden Künstler:innen geführte und bespielte Galerie, ein Projektraum für zeitgenössische, experimentelle Kunst in Wien. Sie versteht sich als Plattform für Austausch und Zusammenarbeit zwischen aufstrebenden und etablierten Künstler:innen. Die dort im Rahmen des Grätzl Art Open zu sehende Ausstellung mit dem Namen „Ponyleben“ dreht den Spieß um: Die Aussage „Das Leben ist kein Ponyhof“ wird umgedeutet – als optimistisches Gegenbild zur Erfahrung von Krieg und Flucht. Die dort gezeigten Arbeiten des ukrainischen Künstlers miki-mike 665 verbinden Street Art, Folklore und kindliche Zeichensprache mit archaischen Zeichenpraktiken.
Kunst mit Haltung: Das zentrale Sujet
Ein prägnantes visuelles Statement setzt heuer der Künstler Axel Schindler. Seine detailreichen, kontrastreichen Illustrationen thematisieren existenzielle Zustände – das diesjährige Sujet zeigt eine Figur, der das Wasser bis zum Hals steht. Sichtbar bleibt eine ausgestreckte Hand: kein Symbol der Pose, sondern ein dringender Appell: Sieh hin! Greif zu!
Raum für Performance und Reflexion
Neben bildender Kunst bietet das Grätzl Art Open auch performative Formate. Im Kunstraum „Der Betrieb“ (Vogelweidplatz 13) wird die Langzeit-Tanzperformance „The Season of Narratives“ gezeigt. Die Arbeit untersucht, wie Geschichten Identität und gesellschaftliches Verhalten prägen. Tanz, Sprache und Wiederholung verschmelzen zu einem offenen Erfahrungsraum, den Besucher:innen flexibel betreten und verlassen können.
Dass auch Tattoo Kunst sein kann, zeigt das Tattoo-Kollektiv Soft City, das im Rahmen des GAO zum „Flash Day“ lädt: Tattoos ohne Termin. Zudem gibt es Grillz und Schmuck von den dort arbeitenden Tätowierer:innen. Mit dabei sind Frank Maria@ Insta, Offline Values@ Insta sowie Grillz von Softbeisser@ Insta und Silberschmuck von Estrada o plomo@ Insta und @blanc_0@ Insta.
Ein wachsendes Kreativzentrum
Seit der ersten Ausgabe während der Corona-Pandemie ist das Grätzl Art Open kontinuierlich gewachsen. Rund 1.000 Besucher:innen nahmen im Vorjahr teil – Tendenz steigend. Gleichzeitig entwickelt sich der 15. Bezirk zunehmend zu einem attraktiven Arbeitsort für Kunstschaffende. Ein erklärtes Ziel der Grätzlgalerie ist es zudem, leerstehende Flächen nachhaltig und kreativ zu nutzen: „Unser Anspruch als Grätzlgalerie ist es, genau diese Potenziale sichtbar zu machen und leerstehende Orte nachhaltig in Räume für Kunst, Kultur und Begegnung zu verwandeln“, sagt Marco Weise, Obmann der Grätzlgalerie.
Blick nach Ottakring und Rudolfsheim
Neu dabei ist das Ignasium am Richard-Wagner-Platz 2 in 1160 Wien. Es ist heuer zum ersten Mal Teil des Grätzl Art Open. In dem Gemeinschaftsatelier arbeiten vier Künstler:innen mit sehr unterschiedlichen Handschriften, aber einer gemeinsamen Haltung: Kunst zu machen, die berührt, überrascht und sich nicht um Konventionen schert.
Teresa Wieltsch & Felix Dörflinger bilden das Duo „The Ignorosophists“. Ihr Programm steckt schon im Namen: bewusste Ignoranz gegenüber Trends, Erwartungen und dem Drang, in jedem Bild eine tiefere Bedeutung zu suchen. Stattdessen geht es um ungebremste Kreativität, direkte Emotion und die pure Freude am künstlerischen Tun.
Flo Waitzbauer malt abstrakt, expressiv und laut. Seine Acrylarbeiten auf Leinwand sind geprägt von Graffiti, Hip-Hop und Popkultur – leuchtende Farbexplosionen, die bewusst das Unberechenbare zulassen. Daneben bewegt er sich zwischen Fotografie und Musik. Wer cleane Linien sucht, ist hier falsch – wer schönes Chaos mag, genau richtig.
Marlitt Werner malt abstrakt und oft großformatig. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen expressiven Farblandschaften in intensiven Blau-, Rot- und Erdtönen, reduzierten Schwarz-Weiß-Kompositionen und gelegentlichen figurativen Momenten wie Porträts. Schicht für Schicht entstehen dichte, atmosphärische Bilder, die an Naturgewalten, Horizonte und innere Landschaften denken lassen.
Geführte Walks durch das Grätzl
Auch heuer werden wieder geführte Spaziergänge angeboten, die einen kuratierten Einblick in das vielfältige Programm ermöglichen. Die Teilnehmer:innenzahl ist auf 20 Personen pro Gruppe begrenzt (es werden vier Walks angeboten).
Hier gilt das First-come-first-served-Prinzip. In den letzten Jahren waren die Spaziergänge sehr beliebt. Sie sind kostenlos, Spenden an den Verein sind jedoch willkommen. Die Spaziergänge starten um 15 Uhr bei Studio Walls.
Entdecken, begegnen, anders gehen
Das Grätzl Art Open ist mehr als ein Kunstevent – es ist eine Einladung, Perspektiven zu wechseln, ins Gespräch zu kommen und das Vertraute neu zu sehen: Komm, wenn du etwas Neues entdecken willst. Geh anders, als du gekommen bist.
14:00 bis 19:00 Uhr | Trötzmüller Garage, 15., Pouthongasse 15-17
Installation eines österreichischen Fremdenverkehr Gästezimmers in einer Parkgarage. Zugänglich mit Gruppenführung mit mindestens EINEM schönen Wort als Eintrittsgebühr. Bei kritischen oder unschönen Wörtern von Besuchern, setzt der persönlich anwesende Künstler, also ICH, klare Strafregulierungen fest. Der Künstler, ICH, entscheidet alleine was gute oder schlechte Worte sind. Hiermit setze ICH das ambitionierte Ziel, eine neue Sensibilität unseres gemeinsamen ORF Bildungsauftrags in unsere Gehirne zu setzen, eine sprachliche disziplinierte und zwischenmenschliche, fast schon verschollene Umgangsform aus unserem gelieben Konformismus.
Es kann doch nicht sein, dass bei meinem letzten Gutachten der oben genannten und ältesten Parkgarage in unserer Stadt, die geparkten Autos mit dreckigen Regentropfenabdrücken oder Streusalzspritzer rücksichtslos unsere Vorstellungen einer modernen Stadt besudeln. Alle Autos werden für diesen geplanten Tag aus der Garage selbstkostenpflichtig entfernt. Zivilisation ist genau das, was uns von sorglosen Haustieren an der Leine unterscheidet.
Ignorosophists | Felix Dörflinger, Teresa Wieltsch
16., Richard-Wagner-Platz | ignorosophists.com We work in our atelier, the Ignasium. It is located in the 16th district of Vienna (Ottakring) right next to the Thaliastraße.
Veronika Persché
16., Liebhartsgasse 22/1-3 | persche.com FeTe – Experimentierlabor für Fäden, Formen, Wissen Interdisziplinäre textile Praktiken zwischen Handwerk, Technologie und sozialer Teilhabe in Wien.
Mona Bauernfeind (monabau design) ist Mode- und Taschendesignerin. Sie hat sich dem Upcycling verschrieben und präsentiert in der Kirchstetterngasse 8, was man aus „ausgeliebten“ Stücken so alles machen kann. Am liebsten arbeitet sie mit Jeans und Anzügen. Mit der Serie „metamorpHOSEN“ zeigt sie unterschiedliche Designs aus alten Hosen. Gute Verarbeitung ist ihr dabei genauso wichtig wie Individualität. Gerne bemalt sie auch Kleidungsstücke oder ganze Stoffbahnen. Aus Resten entstehen Taschen oder Schmuckaccessoires.
Zum GAO hat Mona ihre Nachbarin Sonja Strohmaier eingeladen. Die passionierte „Spinnerin“ bringt seit letztem Jahr mit ihrem Label VIVID SKEINS frischen Wind in die österreichische Wollszene. Ausgefallene Artyarns und am Triloom gewebte Unikate, sowie außergewöhnliche Spinnfasern und Wollmischungen in Knallfarben für HandspinnerInnen und WeberInnen sorgen immer mehr für Aufsehen. In Spinnkursen vermittelt Sonja nicht einfach nur altes Handwerk, sondern entstaubt es, bringt es zeitgemäß im Sinne der Slowfashion wieder bei jungen Menschen in den Fokus. | vividskeins.com
Der Betrieb
Vogelweidplatz 13, EG | archipelago.at Alexander Gottfarb, Anna Maria Nowak, Anna Mendelssohn and many more. | The Season of Narratives. Drop by, stay for a moment or longer: The Season of Narratives invites you to experience dance and storytelling in a new way. At Der Betrieb, movement and language merge, creating an open space where it becomes tangible how stories shape us.
Atelier David Elias Schilling | @ Insta And guests
African Restaurant Ochei
Camillo-Sitte-Gasse 1 | African Art for real | ochei.at
Grätzlgalerie
Kriemhildplatz 10, EG Schaufenster | „LET THE GOLD SHINE: Handbuch für die Verlorenen / Guides for the Lost“ von Tymek Borowski | tymekborowski.com kuratiert by graetzlgaleristas | graetzlgalerie.at
Markgraf-Rüdiger-Str Ecke / Witzelsbergerg. | “Auto-Mate/The Power of Distance drinking“ | Live Performance | @collectorsagenda.com | @ insta
WerKhafen | Axel Laimer Liedtke
Markgraf-Rüdiger-Str. 5 | Die Ausstellungsreihe „Im Schaufenster“ transformiert werKhafen die Markgraf-Rüdiger-Str. 5 in einen Ort der ästhetischen Intervention.
Studio Gobbi | Christine Gobbi
Pouthongasse 26/2 | Stadtgeschichten | friedensbim.com „Stadtgeschichten“ mit Arbeiten von SchülerInnen der Herbststrasse und der Kenyongasse + Christine Gobbi, Dora Kuthy und James Skone
Monika Herschberger
Meiselstraße 22/31 | Gestische abstrakte Kunst aus Wien | herschberger.at
Atelieraufenthalte in Paliano (2009), in Lissabon (2010), in Sao Paulo (2014) und in Bilbao (2016). Seit 2007 hatte er zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland und illustrierte einige Bücher. | lorenzhelfer.at | @ Insta
Teuta Jonuzi
Absolventin der Universität für angewandte Kunst Wien (Sommer 2024), bekannt für ihre Abschlussarbeit „Missing you“, eine Performance und Installation, die Themen wie Kommunikation, Liebe und Verlust durch Stahl und Glas erforscht. Sie ist im Bereich der transdisziplinären Kunst tätig. Teuta Jonuzi hat in letzter Zeit schon einige Auszeichnungen, Residencies, Preise usw erobert/bekommen/gesammelt/gemacht. | @ Insta
Kunst erleben, wo sie entsteht
Wann: Samstag, 9. Mai 2026, 14 bis 19 Uhr
Wo: Fünfhaus | Nibelungenviertel & Rudolfsheim, Neubau & Ottakring
Teinehmende ↓ Ateliers / Studios / Galerien
Am Samstag, 9. Mai 2026 verwandeln sich Wien-Fünfhaus und seine Umgebung zum bereits sechsten Mal in eine begehbare Galerie: Das Grätzl Art Open (GAO) lädt von 14 bis 19 Uhr dazu ein, die lebendige Atelierszene des 15. Bezirks und darüber hinaus hautnah zu erleben. Bei freiem Eintritt und in familiärer Atmosphäre öffnen rund 40 Galerien, Ateliers und Werkstätten ihre Türen.
Über 120 Künstler:innen präsentieren ein breites Spektrum künstlerischer Ausdrucksformen – von Malerei und Fotografie bis hin zu Performance und Design. Die Besucher:innen sind eingeladen, durch Fünfhaus, das Nibelungenviertel und Teile Ottakrings zu flanieren, sich treiben zu lassen und Kunst dort zu entdecken, wo sie entsteht.
Kunst als Dialog
Das Grätzl Art Open steht für eine einfache, aber kraftvolle Idee: Kunst aus geschlossenen Räumen hinaus in den Alltag zu bringen. Statt einer klassischen Galerieerfahrung erwartet das Publikum ein unmittelbarer Zugang zu Werkstätten, Studios und Wohnzimmerateliers.
Im Mittelpunkt stehen Begegnung und Austausch: Kunst wird nicht nur betrachtet, sondern diskutiert, hinterfragt und – wenn gewünscht – auch direkt von den Kunstakteur:innen ohne Zwischenhändler:innen erworben. „Es geht darum, Kunst nicht nur zu sehen, sondern in einen lebendigen Dialog mit ihr zu treten“, betont Peter Hörburger vom organisierenden Kulturverein Grätzlgalerie.
Kunst-Tankstelle
Eine besondere Neuerung ist die Bespielung einer der ältesten Tankstellen/Garagen Wiens, der Trötzmüller-Garage. Dort wird der renommierte, am Bodensee geborene und über 18 Jahre in Palermos Vucciria sehr aktiv tätige Künstler Uwe Jäntsch seine Installation „Im Karussell der schönen Worte“ präsentieren. Der Zugang erfolgt über eine ungewöhnliche „Eintrittswährung“: mindestens ein schönes Wort. Sprache wird hier zum künstlerischen Material – und zugleich zum Experiment sozialer Interaktion. Jäntsch selbst entscheidet über die Qualität der Worte und setzt damit ein bewusstes Statement für einen achtsameren Umgang miteinander.
Treffpunkt und künstlerisches Zentrum
Das Studio Walls in der Löhrgasse 9 zählt zu den etablierten Fixpunkten des Festivals. Die Ateliergemeinschaft, die mehr als 20 Künstler:innen beherbergt, fungiert heuer auch als zentrale Anlaufstelle des Grätzl Art Open.
Mit der Gruppenausstellung „Matches“ zeigt das Kollektiv kollaborative Arbeiten seiner Mitglieder. Darüber hinaus lädt der Standort zum Verweilen ein: Getränke, kleine Speisen und Raum für Austausch machen ihn zum sozialen Herzstück des Events.
Ab 18 Uhr verwandelt sich der Innenhof in einen entspannten Treffpunkt mit musikalischem Ausklang. Ein Vinyl-DJ-Set von Bad Hair sorgt bis 22 Uhr für eine stimmungsvolle Atmosphäre.
Nur wenige Schritte von Studio Walls entfernt befindet sich die Ateliersgemeinschaft Pelzgasse (Pelzgasse 20), in dem auf drei Stockwerke verteilt zahlreiche Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers öffnen. Gleich nebenan hat kürzlich ein sehr spannendes Gemeinschaftsprojekt das Licht der Welt erblickt: Leftbank – eine von jungen, aus u. a. Moldawien, Serbien, Mexiko, Ukraine, Bangladesch und Georgien stammenden Künstler:innen geführte und bespielte Galerie, ein Projektraum für zeitgenössische, experimentelle Kunst in Wien. Sie versteht sich als Plattform für Austausch und Zusammenarbeit zwischen aufstrebenden und etablierten Künstler:innen. Die dort im Rahmen des Grätzl Art Open zu sehende Ausstellung mit dem Namen „Ponyleben“ dreht den Spieß um: Die Aussage „Das Leben ist kein Ponyhof“ wird umgedeutet – als optimistisches Gegenbild zur Erfahrung von Krieg und Flucht. Die dort gezeigten Arbeiten des ukrainischen Künstlers miki-mike 665 verbinden Street Art, Folklore und kindliche Zeichensprache mit archaischen Zeichenpraktiken.
Kunst mit Haltung: Das zentrale Sujet
Ein prägnantes visuelles Statement setzt heuer der Künstler Axel Schindler. Seine detailreichen, kontrastreichen Illustrationen thematisieren existenzielle Zustände – das diesjährige Sujet zeigt eine Figur, der das Wasser bis zum Hals steht. Sichtbar bleibt eine ausgestreckte Hand: kein Symbol der Pose, sondern ein dringender Appell: Sieh hin! Greif zu!
Raum für Performance und Reflexion
Neben bildender Kunst bietet das Grätzl Art Open auch performative Formate. Im Kunstraum „Der Betrieb“ (Vogelweidplatz 13) wird die Langzeit-Tanzperformance „The Season of Narratives“ gezeigt. Die Arbeit untersucht, wie Geschichten Identität und gesellschaftliches Verhalten prägen. Tanz, Sprache und Wiederholung verschmelzen zu einem offenen Erfahrungsraum, den Besucher:innen flexibel betreten und verlassen können.
Dass auch Tattoo Kunst sein kann, zeigt das Tattoo-Kollektiv Soft City, das im Rahmen des GAO zum „Flash Day“ lädt: Tattoos ohne Termin. Zudem gibt es Grillz und Schmuck von den dort arbeitenden Tätowierer:innen. Mit dabei sind Frank Maria@ Insta, Offline Values@ Insta sowie Grillz von Softbeisser@ Insta und Silberschmuck von Estrada o plomo@ Insta und @blanc_0@ Insta.
Ein wachsendes Kreativzentrum
Seit der ersten Ausgabe während der Corona-Pandemie ist das Grätzl Art Open kontinuierlich gewachsen. Rund 1.000 Besucher:innen nahmen im Vorjahr teil – Tendenz steigend. Gleichzeitig entwickelt sich der 15. Bezirk zunehmend zu einem attraktiven Arbeitsort für Kunstschaffende. Ein erklärtes Ziel der Grätzlgalerie ist es zudem, leerstehende Flächen nachhaltig und kreativ zu nutzen: „Unser Anspruch als Grätzlgalerie ist es, genau diese Potenziale sichtbar zu machen und leerstehende Orte nachhaltig in Räume für Kunst, Kultur und Begegnung zu verwandeln“, sagt Marco Weise, Obmann der Grätzlgalerie.
Blick nach Ottakring und Rudolfsheim
Neu dabei ist das Ignasium am Richard-Wagner-Platz 2 in 1160 Wien. Es ist heuer zum ersten Mal Teil des Grätzl Art Open. In dem Gemeinschaftsatelier arbeiten vier Künstler:innen mit sehr unterschiedlichen Handschriften, aber einer gemeinsamen Haltung: Kunst zu machen, die berührt, überrascht und sich nicht um Konventionen schert.
Teresa Wieltsch & Felix Dörflinger bilden das Duo „The Ignorosophists“. Ihr Programm steckt schon im Namen: bewusste Ignoranz gegenüber Trends, Erwartungen und dem Drang, in jedem Bild eine tiefere Bedeutung zu suchen. Stattdessen geht es um ungebremste Kreativität, direkte Emotion und die pure Freude am künstlerischen Tun.
Flo Waitzbauer malt abstrakt, expressiv und laut. Seine Acrylarbeiten auf Leinwand sind geprägt von Graffiti, Hip-Hop und Popkultur – leuchtende Farbexplosionen, die bewusst das Unberechenbare
zulassen. Daneben bewegt er sich zwischen Fotografie und Musik. Wer cleane Linien sucht, ist hier falsch – wer schönes Chaos mag, genau richtig.
Marlitt Werner malt abstrakt und oft großformatig. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen expressiven Farblandschaften in intensiven Blau-, Rot- und Erdtönen, reduzierten Schwarz-Weiß-Kompositionen und gelegentlichen figurativen Momenten wie Porträts. Schicht für Schicht entstehen dichte, atmosphärische Bilder, die an Naturgewalten, Horizonte und innere Landschaften denken lassen.
Geführte Walks durch das Grätzl
Auch heuer werden wieder geführte Spaziergänge angeboten, die einen kuratierten Einblick in das vielfältige Programm ermöglichen. Die Teilnehmer:innenzahl ist auf 20 Personen pro Gruppe begrenzt (es werden vier Walks angeboten).
Hier gilt das First-come-first-served-Prinzip. In den letzten Jahren waren die Spaziergänge sehr beliebt. Sie sind kostenlos, Spenden an den Verein sind jedoch willkommen. Die Spaziergänge starten um 15 Uhr bei Studio Walls.
Entdecken, begegnen, anders gehen
Das Grätzl Art Open ist mehr als ein Kunstevent – es ist eine Einladung, Perspektiven zu wechseln, ins Gespräch zu kommen und das Vertraute neu zu sehen: Komm, wenn du etwas Neues entdecken willst. Geh anders, als du gekommen bist.
Fotos: Niko Mayr
Pressekontakt: Marco Weise – 0650 55 20 827
Ateliers/Studios/Galerien
IM KARUSSELL DER SCHÖNEN WORTE
14:00 bis 19:00 Uhr | Trötzmüller Garage, 15., Pouthongasse 15-17
Installation eines österreichischen Fremdenverkehr Gästezimmers in einer Parkgarage. Zugänglich mit Gruppenführung mit mindestens EINEM schönen Wort als Eintrittsgebühr. Bei kritischen oder unschönen Wörtern von Besuchern, setzt der persönlich anwesende Künstler, also ICH, klare Strafregulierungen fest. Der Künstler, ICH, entscheidet alleine was gute oder schlechte Worte sind. Hiermit setze ICH das ambitionierte Ziel, eine neue Sensibilität unseres gemeinsamen ORF Bildungsauftrags in unsere Gehirne zu setzen, eine sprachliche disziplinierte und zwischenmenschliche, fast schon verschollene Umgangsform aus unserem gelieben Konformismus.
Es kann doch nicht sein, dass bei meinem letzten Gutachten der oben genannten und ältesten Parkgarage in unserer Stadt, die geparkten Autos mit dreckigen Regentropfenabdrücken oder Streusalzspritzer rücksichtslos unsere Vorstellungen einer modernen Stadt besudeln. Alle Autos werden für diesen geplanten Tag aus der Garage selbstkostenpflichtig entfernt. Zivilisation ist genau das, was uns von sorglosen Haustieren an der Leine unterscheidet.
um und zuversichtlich
Uwe Jaentsch
@blogspot
We work in our atelier, the Ignasium. It is located in the 16th district of Vienna (Ottakring) right next to the Thaliastraße.
FeTe – Experimentierlabor für Fäden, Formen, Wissen Interdisziplinäre textile Praktiken zwischen Handwerk, Technologie und sozialer Teilhabe in Wien.
kunstvolle mode – upcycling – taschen – accessoires
Mona Bauernfeind (monabau design) ist Mode- und Taschendesignerin. Sie hat sich dem Upcycling verschrieben und präsentiert in der Kirchstetterngasse 8, was man aus „ausgeliebten“ Stücken so alles machen kann. Am liebsten arbeitet sie mit Jeans und Anzügen. Mit der Serie „metamorpHOSEN“ zeigt sie unterschiedliche Designs aus alten Hosen. Gute Verarbeitung ist ihr dabei genauso wichtig wie Individualität. Gerne bemalt sie auch Kleidungsstücke oder ganze Stoffbahnen. Aus Resten entstehen Taschen oder Schmuckaccessoires.
Zum GAO hat Mona ihre Nachbarin Sonja Strohmaier eingeladen. Die passionierte „Spinnerin“ bringt seit letztem Jahr mit ihrem Label VIVID SKEINS frischen Wind in die österreichische Wollszene. Ausgefallene Artyarns und am Triloom gewebte Unikate, sowie außergewöhnliche Spinnfasern und Wollmischungen in Knallfarben für HandspinnerInnen und WeberInnen sorgen immer mehr für Aufsehen. In Spinnkursen vermittelt Sonja nicht einfach nur altes Handwerk, sondern entstaubt es, bringt es zeitgemäß im Sinne der Slowfashion wieder bei jungen Menschen in den Fokus. | vividskeins.com
Alexander Gottfarb, Anna Maria Nowak, Anna Mendelssohn and many more. | The Season of Narratives. Drop by, stay for a moment or longer: The Season of Narratives invites you to experience dance and storytelling in a new way. At Der Betrieb, movement and language merge, creating an open space where it becomes tangible how stories shape us.
Jari Genser, jarigenser.com
Faith Hampton, faithhampton.com
And guests
kuratiert by graetzlgaleristas | graetzlgalerie.at
exhibit: „If lines could sing“
Gruppenausstellung „Coolpool and Friends 2026“ Karin Berghofer – EWO – Daisy Gold – Momo Höflinger – Dieter Kederst – Renate Pfeiffer – BeAtrix Terrer – Manfredo Weihs – Eva Wiedemann – Sylvia Wutsch
„Stadtgeschichten“ mit Arbeiten von SchülerInnen der Herbststrasse und der Kenyongasse + Christine Gobbi, Dora Kuthy und James Skone
GUESTS SUPPORTED BY VORARLBERG KULTUR
Clara Kukelka | @ insta
Sarah Steiner | @ insta
Anna Attar | @ insta
Patrick Roman Scherer | @ insta
Rage | @ insta
Erli Grünzweil | @ insta
Und im Erdgeschoss:
Madita Kloss | @ insta
..and many many many more
Anna Lumaca | @ insta
Andrea Z. Scharf
Axel Schindler
Brooke Cormier
Gabriela Gažová | @ insta
Guido Sarti
Johanna Wakolbinger | @ insta
Justas Pranevicius
Käthe Löffelmann
Lennard Schön | @ insta
Lina Piskernik | @ insta
Linda Steiner
Lukas Spreitzer
Nate | @ insta
mani froh
Magdalena Prieler | @ insta
Markus Tozzer
Michaela Schlöglhofer | @ insta
Studio Megafauna: Michaela Schlöglhofer & Lukas Pressler & Lennard Schön | @ insta
Ola Plankenauer | @ insta
Valerie Bruckbög
Hier kann man sich beim GAO auch ein Tattoo stechen lassen – wird umrahmt von einem Veranstaltungsformat im Souterrain and beyond.
Teilnehmende Künstler:
Aklima Iqbal | @ insta
Artur Dulghier | @ insta
Azalea Ortega | @ insta
Inna Sych | @ insta
Kartlos Bikashvili
Ksenia Datsiuk | @ insta
Masa Duricic | @ insta
miki-mike.665 | @ insta
Natasa Katalina | @ insta
Olena Shtepura | @ insta
Sarah Katharina Eder | @ insta
David Kapl | @ insta
Julia Bertermann, Fotografie
Julia Hobiger, Grafik-Design